Der 02.November 2014 war "unser Tag"! 

Wir durften selber tanzen. Oder nicht? Eine Auslandstartgenehmigung hatten wir ordnungsgemäß beim DTV eingereicht, man bekommt aber nur eine Rückmeldung wenn die Genehmigung nicht erteilt wird. Den anwesenden Bundessportwart Herrn Eichert fragen? Egal, wir tanzten zwei Turniere in der Sen II/ III  A/S Klasse. Senioren tanzen in China bei Turnieren keinen Quickstep, also war ein Turnier „Three Dance“ (LW, TG, WW) und ein Turnier „Four Dance“ (LW,TG,WW,SF). Auch an diesem Tag fanden zahllose Turniere aller Alters- und Startklassen statt. Eingebettet in die „13.Nanjing Intercity Dancesport Open“ war ein WDSF Professional Lateinturnier. Wir starteten um 10:00 und um 10:30 Uhr mit jeweils neun Paaren in einem Durchgang, also zweimal neuner Endrunde. Wir waren das einzige nichtchinesische Paar!  Turniere in China werden gnadenlos durchgezogen. Am Flächenrand ist eine Aufstellzone für die einzelnen Turniere in welcher jedes Turnier von rechts nach links aufrückt bis die jeweiligen Paare auf die Fläche können. Davor steht eine Person, welche die Turniernummer mit einem Schild hochhält. So erkennt man, wo die  richtige Gruppe zu finden ist. Die Flächen Ein- und Ausgänge sowie Laufwege sind festgelegt und es gibt Einweiser damit niemand „aus der Reihe tanzt“. Zwischen unseren zwei Turnieren fanden noch 6! andere Turniere mit bis zu 23 Paaren statt!  Nach dem Umziehen machten wir uns auf dem Flur des VIP-Bereiches etwas warm, da auf der Fläche keine Gelegenheit dazu gegeben wurde. Kurz vor dem Beginn unseres Turniers wurden wir von Geng Tao abgeholt und zur Aufstellzone begleitet. Wir stellten uns zu den anderen Paaren unserer Turniernummer. Zahlen sind in China genauso wie bei uns zu lesen. Skeptische Blicke von einigen der dort schon wartenden Turnierpaare. Eines wirkte aufgeschlossen und interessiert. Da sie aber kein Englisch sprachen, blieb es bei freundlichen Blicken. Dann war alles wie zuhause. Das Turnier wurde aufgerufen und wir enterten die Fläche, welche selbst mit 9 Paaren ausreichend Platz bot. Beim zweiten Turnier merkten wir das der allgegenwärtige Smog uns doch zu schaffen machte. Aber es war ja schnell vorbei. Uns fiel auf das das eher zurückhaltende chinesische Publikum für uns applaudiert hatte! Nach dem Umziehen wurden wir in einen Nebensaal gebracht. Dort wurde uns gratuliert, wir bekamen Urkunden, Medaillen und Pokale in zweifacher Ausführung, durften uns auf die oberste Treppenstufe stellen und erfuhren, etwas verdutzt, das wir beide Turniere gewonnen hatten.  Auf Nachfrage wurde uns erklärt  das wir die Wertungsrichter durch Movement und Floorcraft überzeugt hatten. Unser Fazit: Super Organisation, tolle Turniermusik über alle zwei Tage. Leider gab es keine näheren Kontakte zu einheimischen Seniorenpaaren, wir hatten unsere eigene VIP-Umkleide wo wir wieder bestens versorgt wurden, dadurch aber auch isoliert waren. Chinesische Damen und Herren ziehen sich getrennt um.

von Katharina und Ulrich Knorr

zurück zur Übersicht